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ÖKOPROFIT® Vertragsunterzeichnung Graz – St. Petersburg
 
 
 
  vom: 12.11.2004

Das Umwelt-Erfolgsprogramm der Stadt Graz, Ökoprofit®, schreibt ein neues Kapitel seiner Geschichte: Mit der Vertragsunterzeichnung zwischen Graz und der russischen Millionenstadt St. Petersburg wurde ein Meilenstein für eine Verankerung des in der Murmetropole erdachten Konzeptes auf dem umkämpften russischen Zukunftsmarkt gesetzt.

Das vom Grazer Umweltamt entwickelte Programm Ökoprofit®, das auf Umweltschutz aus Eigennutz setzt, ist seit heute auch offiziell in der russischen Millionenstadt St. Petersburg vertreten. Der Grazer Umweltreferent, Bürgermeister-Stellvertreter Walter Ferk, und sein St. Petersburger Amtskollege, Dimitry A. Golubev, setzten feierlich die Unterschrift unter jenen Vertrag, der Ökoprofit® auch in der russischen Großstadt etabliert. Gleichzeitig wurden drei Frauen und sechs Männern aus St. Petersburg, die in der Grazer Ökoprofit®-Akademie ihre Grundausbildung für das Umweltprogramm erhalten hatten, vom Grazer Umweltamtsvorstand DI Dr. Karl Niederl ihre Zertifikate überreicht.

Ferk verwies auf die großen wirtschaftlichen und ökologischen Erfolge, die teilnehmende Unternehmen durch das Modell in aller Welt erzielten, und zeigte sich überzeugt davon, dass auch St. Petersburg in einer Zeit rekordverdächtiger Energiepreise tolle Gewinne verzeichnen werde. „Mit unserem Programm wird das Vorurteil widerlegt, dass Umweltschutz nur viel Geld kostet – mit Ökoprofit® ist genau das Gegenteil der Fall!“ Durch den Transfer von Know-how und konkreten Projekten biete die Einführung von Ökoprofit® auf dem gigantisch wachsenden russischen Markt auch innovativen steirischen Betrieben auf dem Umweltsektor ungeahnte Möglichkeiten, betonte der Bürgermeister-Stellvertreter eine weitere positive Auswirkung der heutigen Vertragsunterzeichnung.

Für Umweltamtsvorstand Niederl ist auch eine neue Form der Zusammenarbeit zwischen dem bereits in aller Welt eingeführten Ökoprofit®-Programm und dem russischen Partner erwähnenswert: „Mit Unterstützung der UNO-Entwicklungsorganisation UNIDO und des österreichischen Außenministeriums ist in St. Petersburg ein Business-Development-Center im Aufbau, das vor Ort die Entwicklung entsprechender Unternehmen fördern wird!“ Top-Experten werden die bereits in der Ökoprofit®-Akademie in Graz geschulten Gäste aus St. Petersburg auch in Russland mit Rat und Tat begleiten. Dazu dient auch das North Western International Cleaner Production Centre, dessen Leiter Dr. Alexander Startsev ebenfalls heute als einer ersten erfolgreichen Absolventen der Grazer Ökoprofit®-Akademie seine Urkunde in Empfang nahm. Die Vermarktung von Ökoprofit® erfolgt durch das Grazer Cleaner Production Center Austria (CPC), wo sich Mag. Sabine Gelter des neuen Partners in Russland annahm.

Um welche Dimensionen es bei dem Deal mit St. Petersburg geht, verdeutlichten auch der für Umweltfragen in der russischen Großstadt zuständige Dimitry A. Golubev und Startsev vom St. Petersburger Ökoprofit®-Center: Die 15 bis 20 Unternehmen, in denen das Grazer Erfolgskonzept zu Beginn etabliert wird, beschäftigen Zehntausende Arbeitskräfte. Unter den auserkorenen Betrieben finden sich die St. Petersburger Verkehrsbetriebe, eine Zellstoff-Papierfabrik und mehrere holzverarbeitende Betriebe, die zu den größten „Umweltsündern“ der Region zählen. Für die Unternehmen ist Ökoprofit® nicht nur eine Hoffnung für eine verbesserte ökologische und wirtschaftliche Bilanz, sondern auch ein Weg, um den für Umweltverschmutzungen eingehobenen Strafabgaben zu entgehen. Um den wirtschaftlichen Aufschwung der Region zu dokumentieren, verwies Golubev auf das eben fixierte Budget von St. Petersburg für 2005: Im Vergleich zu heuer steigt das Haushaltsvolumen um satte 30 Prozent – Zahlen, von denen nicht nur Graz höchstens sehnsüchtig träumen kann...

Als „wichtigen Bestandteil der gesamten Beziehungen zwischen Russland und Österreich“ würdigte die für die St. Petersburger Außenbeziehungen zuständige Ekaterina Belyakova die Einführung von Ökoprofit® in ihrer Stadt. Seit Abschluss eines Kooperationsabkommens zwischen Graz und St. Petersburg vor drei Jahren seien die vorher recht spärlichen wirtschaftlichen und kulturellen Kontakte der beiden Länder sprunghaft besser geworden, lobte sie die Pionierrolle der beiden Städte.